Die Blutegel dürfen nur einmalig für eine Behandlung eingesetzt werden. Ein nochmaliges Ansetzen am Menschen ist nicht gestattet. Auch dürfen die Blutegel nicht in der freien Natur ausgesetzt werden. Plätze, die Überlebensmöglichkeiten für die Tiere bieten, sind in Deutschland ausreichend zu finden (Tümpel, Teiche, kleine Bachläufe usw.). Leider dürfen die Blutegel nicht in Deutschland ausgesetzt werden, da sich die deutschen und die türkischen Blutegel im Genmaterial zu stark unterscheiden (lt. Informationen vom Bundesamt für Naturschutz, Bonn). Deshalb müssen die Tiere nach einer Blutegelbehandlung getötet werden.

In den letzten Jahren ist das Thema der Versorgung der Blutegel nach einer Blutegeltherapie immer mehr ins Blickfeld gerückt. Um das Töten der Tiere nach der Behandlung zu umgehen, haben manche Blutegelhändler Rentnerteiche eingerichtet. Der Therapeut kann die Tiere nach der Behandlung gegen einen Unkostenbeitrag zuzüglich Rückfrachtkosten an den Händler zurückschicken und dieser setzt die Egel in den Rentnerteich. Der Therapeut kann die Tiere nach der Behandlung gegen einen Unkostenbeitrag zuzüglich Rückfrachtkosten an den Händler zurückschicken und dieser setzt die Egel in den Rentnerteich.

Diese Rentnerteiche bereiten inzwischen einige Probleme: Zunächst ist die Vorstellung, dass die verwendeten Blutegel "Rentner" sind, nicht richtig. Die angesetzten Blutegel sind ca. 3 Jahre alt. Das sind relativ junge Tiere, die noch einige Jahre leben können. Für diesen Zeitraum müssen die Blutegel versorgt werden. Das bedeutet, dass die Tiere im Abstand von mehreren Monaten gefüttert werden müssen. Die toten Tiere in diesem Teich müssen entfernt und das Wasser muss sauber gehalten werden. Ob dies mit einer Pflanzenkläranlage machbar ist, ist zu bezweifeln. Außerdem entstehen Jungtiere in diesem Teich, die ebenfalls gefüttert und großgezogen werden müssen, damit sie nicht verhungern. Bei diesen Blutegeln liegt der Fütterungsabstand im Bereich von Wochen. Diese aufgezogenen Blutegel dürfen nicht in den Vertrieb, da sie von den Muttertieren Menschenblut bekommen haben. Ausgesetzt werden dürfen diese Tiere ebenfalls nicht. Dies verbietet das Bundesamt für Naturschutz.

Das bedeutet, dass in diesem so genannten Rentnerteich über einen Zeitraum von ungefähr 10 Jahren immer mehr Tiere eingesetzt werden. Diese Tiere müssen versorgt werden, da sie sonst verhungern. Der Teich muss gereinigt werden, da er sonst kippt und die Egel verenden. Das alles bedeutet einen enormen Aufwand an Arbeitszeit und Kosten. Dies alles kann ein Unternehmen, das wirtschaftlich arbeiten muss, nicht leisten. Aus diesem Grund sehen wir keine andere Möglichkeit als die Blutegel nach der Behandlung zu töten.