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Der Blutegel im therapeutischen Einsatz

Blutegel an Finger

1. Wo kommen die Blutegel her?

2. Wie werden Blutegel gehalten?

3. Welche Substanzen enthält das Sekret des Blutegels und welche Wirkung haben diese?

4. Wie wirkt die Blutegeltherapie?

5. Wie erfolgt eine Behandlung mit Blutegeln?

6. Was passiert mit den Blutegeln nach einer Behandlung?

7. Bei welchen Krankheiten können Blutegel angewendet werden?

8. Wann darf man keine Blutegel anwenden?

9. Welche Nebenwirkungen können bei einer Behandlung mit Blutegeln auftreten?

10. Besteht eine Infektionsgefahr durch eine Behandlung mit Blutegeln?

Wo kommen die Blutegel her?

Blutegel sind heute in Deutschland sehr selten zu finden. Nur an wenigen Orten können sie – aufgrund der starken Gewässerverschmutzung – überleben. In der Türkei kommen die Blutegel noch in großer Zahl wild lebend vor. Dort leben sie in Gewässern, die in großen Naturschutzgebieten liegen. In diesen Gegenden sind keine Menschen ansässig. Früher wurden sie für den Export gesammelt, in Leinensäcke verpackt und in die ganze Welt verschickt. Von der Artenschutzkommission wurden Exportverbotszeiten festgelegt. In diesen Zeiträumen durften aus der Türkei keine Blutegel exportiert werden. Dies sollte dem Schutz der Blutegelpopulationen dienen.

Blutegel im Bottich

Blutegel in einem großen Behälter zur Haltung vor dem Versand
(Bildrechte: Dr. Claudia Moser)

Blutegel fallen in Deutschland unter das Arzneimittelrecht und sind somit ein Arzneimittel mit allen rechtlichen Konsequenzen. Seit Januar 2008 dürfen nur noch Blutegel (Zucht- oder Aufzuchtegel) von zugelassenen Arzneimittelherstellern verkauft werden. 

Importegel dürfen vom Arzneimittelhersteller mit Vertriebserlaubnis als Arzneimittel in Verkehr gebracht werden. Diese werden als Jungtiere importiert und dann in den Zuchtanlagen aufgezogen.

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Wie werden Blutegel gehalten?

Blutegel leben in Gewässern mit klarem, nur langsam fließendem Wasser. Die Haltung der Tiere kann in Aquarien oder größeren Behältern aus Glas, Ton oder lebensmittelechtem Kunststoff erfolgen. Die Aufbewahrungsgefäße müssen dicht verschließbar sein. Dabei muss für eine ausreichende Sauerstoffzufuhr gesorgt und das Wasser regelmäßig erneuert werden.

Blutegel in Glas

Blutegel in einem Gurkenglas zur Aufbewahrung vor der Behandlung
(Bildrechte: Karla Moser)

Dabei ist es egal, ob Sie Leitungs-, Brunnen- oder Regenwasser benutzen. Allerdings ist nicht jedes Leitungswasser für die Blutegel geeignet, obwohl den Tieren unserer Erfahrung nach die Chlorierung des Leitungswassers erstaunlicherweise nicht schadet. Das Gefäß sollte abgedunkelt und kühl (nicht kalt) stehen. In der Nähe sollten keine Chemikalien gelagert oder Gase freigesetzt werden. Alle zwei Tage – bei Trübungen, blutigen Verfärbungen oder sonstigen Auffälligkeiten täglich – sollte ein Wasserwechsel erfolgen.

Im Wasser schwimmende abgestreifte Schleimringe sind normal und deuten auf gesunde und bissfreudige Tiere hin. Tote Tiere müssen entfernt, kranke Tiere in einem separaten Gefäß aufbewahrt werden.

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Welche Substanzen enthält das Sekret des Blutegels und welche Wirkung haben diese?

Während des Saugens scheidet der Blutegel ein Sekret in die Wunde ab. Bis heute konnten verschiedene Substanzen aus dem Blutegelsekret isoliert werden.

Ihre Wirkung und Wirkungsmechanismen wurden bisher nur zum Teil analysiert. Bekannt sind folgende Substanzen:

Hirudin
Thrombinspezifische Hemmung der Gerinnung, Umwandlung von Prothrombin in Thrombin gehemmt.
1984 von Haycraft entdeckt, 1903 von Jacobi isoiert und benannt, 1955 von Marquardt rein isoliert und chemisch definiert. Seit ca. Mitter der 90er Jahre gentechnisch hergestellt und zugelassen für den Einsatz bei der Heparin-assoziierten Thrombozytopenie

Calin
Kollagenvermittelte Gerinnungshemmung, entzündungshemmend, für die lange Nachblutungszeit verantwortlich

Eglin – gerinnungshemmend und entzündungshemmend

Bdellin – gerinnungshemmend, Enzyminhibitoren

Apyrase – Hemmung der Thrombozytenaggregation

Kollagenasen

Orgelase, Hyaluronidase
Lymphstrombeschleunigend und gefäßerweiternd bewirkt es eine rasche Ausbreitung der Substanzen in der Nähe der Bissstellen in Form eines „spreading factors“ (verschafft anderen Substanzen Platz im Zwischenzellraum). Außerdem wirkt es schleimbildend im Wundbereich und verstärkt den Blutstrom im Wundgebiet. Diesem Wirkstoff wird nachgesagt, er könnte eine bakterizide Wirkung haben.

Histaminähnliche Substanz – gefäßerweiternd um die Bissstellen

Destabilase, Piyavit – Auflösung von Thromben

Piyavit – antithrombotisch

Prostaglandine, Ceramide glycanase, Lipide, Hirustasin, Yagin

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Wie wirkt die Blutegeltherapie?

Wirkungsweise nach Bottenberg:

Lokal:
blutgerinnungshemmend
gefäßkrampflösend
lymphstrombeschleunigend
immunsteigernd

Systemisch:
entlastend
entzündungshemmend
krampflösend
beruhigend
aufsaugend
immunisierend

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Wie erfolgt eine Behandlung mit Blutegeln?

Die Blutegeltherapie ist ein Heilverfahren, das zu den alten „Hausmitteln“ gerechnet wird. Deshalb meinen Viele, dass sie diese Therapie zu Hause durchführen könnten.

Allerdings bestehen einige Gegenanzeigen, die vor einer Behandlung abgeklärt werden müssen. Es können Nebenwirkungen auftreten, die den Patienten ängstigen. Diese wären eventuell nicht aufgetreten, wenn ein erfahrener Behandler die Therapie durchgeführt hätte. Deshalb vertreten wir die Meinung, dass eine Blutegelbehandlung nur von einem Arzt oder Heilpraktiker, der über die Therapie und ihr Einsatzgebiet, die Gegenanzeigen und Nebenwirkungen genau Bescheid weiß, durchgeführt werden sollte.

Blutegel an HWS

Blutegel an der Halswirbelsäule aufgesetzt
(Bildrechte: Dr. Claudia Moser)

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Was passiert mit den Blutegeln nach einer Behandlung?

Die Blutegel dürfen nur einmalig für eine Behandlung eingesetzt werden. Ein nochmaliges Ansetzen am Menschen ist nicht gestattet. Auch dürfen die Blutegel nicht in der freien Natur ausgesetzt werden. Plätze, die Überlebensmöglichkeiten für die Tiere bieten, sind in Deutschland ausreichend zu finden (Tümpel, Teiche, kleine Bachläufe usw.). Leider dürfen die Blutegel nicht in Deutschland ausgesetzt werden, da sich die deutschen und die türkischen Blutegel im Genmaterial zu stark unterscheiden (lt. Informationen vom Bundesamt für Naturschutz, Bonn). Deshalb müssen die Tiere nach einer Blutegelbehandlung getötet werden.

In den letzten Jahren ist das Thema der Versorgung der Blutegel nach einer Blutegeltherapie immer mehr ins Blickfeld gerückt. Um das Töten der Tiere nach der Behandlung zu umgehen, haben manche Blutegelhändler Rentnerteiche eingerichtet. Der Therapeut kann die Tiere nach der Behandlung gegen einen Unkostenbeitrag zuzüglich Rückfrachtkosten an den Händler zurückschicken und dieser setzt die Egel in den Rentnerteich. Der Therapeut kann die Tiere nach der Behandlung gegen einen Unkostenbeitrag zuzüglich Rückfrachtkosten an den Händler zurückschicken und dieser setzt die Egel in den Rentnerteich.

Diese Rentnerteiche bereiten inzwischen einige Probleme: Zunächst ist die Vorstellung, dass die verwendeten Blutegel „Rentner“ sind, nicht richtig. Die angesetzten Blutegel sind ca. 3 Jahre alt. Das sind relativ junge Tiere, die noch einige Jahre leben können. Für diesen Zeitraum müssen die Blutegel versorgt werden. Das bedeutet, dass die Tiere im Abstand von mehreren Monaten gefüttert werden müssen. Die toten Tiere in diesem Teich müssen entfernt und das Wasser muss sauber gehalten werden. Ob dies mit einer Pflanzenkläranlage machbar ist, ist zu bezweifeln. Außerdem entstehen Jungtiere in diesem Teich, die ebenfalls gefüttert und großgezogen werden müssen, damit sie nicht verhungern. Bei diesen Blutegeln liegt der Fütterungsabstand im Bereich von Wochen. Diese aufgezogenen Blutegel dürfen nicht in den Vertrieb, da sie von den Muttertieren Menschenblut bekommen haben. Ausgesetzt werden dürfen diese Tiere ebenfalls nicht. Dies verbietet das Bundesamt für Naturschutz.

Das bedeutet, dass in diesem so genannten Rentnerteich über einen Zeitraum von ungefähr 10 Jahren immer mehr Tiere eingesetzt werden. Diese Tiere müssen versorgt werden, da sie sonst verhungern. Der Teich muss gereinigt werden, da er sonst kippt und die Egel verenden. Das alles bedeutet einen enormen Aufwand an Arbeitszeit und Kosten. Dies alles kann ein Unternehmen, das wirtschaftlich arbeiten muss, nicht leisten. Aus diesem Grund sehen wir keine andere Möglichkeit als die Blutegel nach der Behandlung zu töten.

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Bei welchen Krankheiten können Blutegel angewendet werden?

Blutegel sind bei allen Erkrankungen, die durch Durchblutungsstörungen entstehen oder mit Durchblutungsstörungen einhergehen, indiziert. Aber auch bei vielen anderen Erkrankungen kann man Erfolge mit der Blutegeltherapie verzeichnen. Allerdings beruhen diese Angaben auf den individuellen Erfahrungen einzelner Behandler.

Es existieren einige Studien, in denen die Erfolge der Blutegeltherapie bei Kniegelenksarthrose getestet wurden. Die Ergebnisse zeigen durchweg gute Erfolge der Blutegeltherapie bei Kniegelenkarthrose.
Studien über andere Einsatzgebiete der Blutegel sind uns nicht bekannt.

Indikationen für eine Blutegelbehandlung

bei allen arteriellen und venösen Gefäßerkrankungen wie z.B.

  • Varikosis
  • Thrombosen
  • Thrombophlebitis
  • Ulcus cruris
  • Besenreiser
  • Perianalvenenthrombose
  • Hämorrhoiden
  • Arteriosklerose
  • Apoplexie
  • Angina pectoris
  • Myocardinfarkt
  • M. Raynaud
  • Diabetes mellitus
  • Tinnitus
  • Trans-/Replantationen

Erkrankungen mit Spannungszuständen wie z.B.

  • Migräne
  • Spannungskopfschmerzen
  • Wadenkrämpfe
  • Dysmenorrhoe
  • Myogelosen

Weitere Erkrankungen wie z.B.

  • Abszesse
  • Furunkeln
  • Panaritien
  • Menstruationsstörungen
Bluterguss am Bein

Schmerzerkrankungen wie z.B.

  • Wirbelsäulenbeschwerden
  • Arthrosen
  • periarthrale Schwellungen
  • rheumatoide Arthritis
  • Weichteilrheumatismus
  • Zerrungen
  • Prellungen
  • Verstauchungen
  • Muskelfaserrisse
  • Muskelschmerzen
  • Tendinosen
  • Frakturen
  • Hämatome
  • Neuralgien
  • Bandscheibenprolaps
  • Narbenbeschwerden

Großflächiger Bluterguss am Bein. An den hellen Stellen hat sich der Bluterguss nach der Blutegeltherapie aufgelöst.

(Bildrechte: Karla Moser)

In jedem Fall ist der Einsatz der Blutegel bei allen Erkrankungen mit dem Therapeuten zu besprechen. Dieser entscheidet dann, ob die Blutegeltherapie in diesem Fall sinnvoll ist, wo die Blutegel angesetzt werden, wie (lokal oder segmental) und wie viele.

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Wann darf man keine Blutegel anwenden?

Es gibt nur wenige Gegenanzeigen, die eine Blutegelbehandlung entweder ausschließen oder nur unter bestimmten Bedingungen oder Vorsichtsmaßnahmen erlauben.

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Welche Nebenwirkungen können bei einer Behandlung mit Blutegeln auftreten?

Bei genauer Indikationsstellung, Beachtung aller Gegenanzeigen und sachgerechter Durchführung der Blutegelbehandlung treten sehr selten Nebenwirkungen auf.

Leichte lokale Reaktionen um die Bissstellen und Kreislaufschwäche dagegen sind relativ häufige Ereignisse.

Wir unterscheiden in Nebenwirkungen, die ganz spezifisch für die Blutegeltherapie sind und in direktem Zusammenhang mit der Blutegelbehandlung stehen, und solche, die unabhängig von der Blutegeltherapie, wie bei jeder Wunde, auftreten können.

Die Gegenanzeigen und Kontraindikationen sowie Nebenwirkungen sind dem Blutegeltherapeuten bekannt. Diese müssen von Fall zu Fall mit dem Patienten abgeklärt werden. Die Entscheidung obliegt dem Blutegeltherapeuten.

Ein Aufklärungsbogen informiert detailliert über Gegenanzeigen und Kontraindikationen und möglicherweise auftretende Reaktionen nach einer Blutegeltherapie. Ebenso werden Verhaltenshinweise nach einer Blutegeltherapie besprochen.

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Besteht eine Infektionsgefahr durch eine Behandlung mit Blutegeln?

Aufgrund der steigenden Anzahl von Blutegelbehandlungen in den letzten 30 Jahren kam die Frage nach einer möglichen Infektionsgefahr durch Blutegel auf.

Eine mögliche Infektionsquelle bei einer Behandlung mit Blutegeln ist der Blutegel selber. In seinem Darm befinden sich Symbionten, die für die Verdauungstätigkeit des Blutegels von großer Bedeutung sind. Einer dieser Darmbakterien ist Aeromonas hydrophila, das proteolytische Enzyme produziert. Natürlicherweise kommt dieses Bakterium auch in Wasser und Erde vor. Es kann also auch durch Kontakt mit Wasser oder Erde in eine Wunde gelangen und Wundinfektionen auslösen. Außer im Darm findet man A. hydrophila noch an den Saugnäpfen und im Schleim auf der Haut der Blutegel. Blutegel stellen deshalb eine potentielle Infektionsquelle für Wundinfektionen mit A. hydrophila dar. Im Sekret des Blutegels dagegen sind die Bakterien nicht zu finden.

In der Weltliteratur finden sich allerdings bisher nur wenige Veröffentlichungen über eine Infektion durch A. hydrophila. Bei den meisten der veröffentlichten Fälle handelt es sich um lokale Wundinfektionen. Zur Bakteriämie mit systemischer Ausbreitung der Erreger kam es nur bei immunsuppremierten Patienten (s. Kontraindikationen). Keiner der Fälle endete letal. Die Infektionen ließen sich mit Antibiotika rasch kontrollieren.

Durch folgende Maßnahmen kann das Infektionsrisiko fast vollständig beseitigt werden. Dies betrifft nicht nur Infektionen mit A. hydrophila, sondern auch die durch andere Erreger, die sich im Darm als Symbiont oder durch Nahrungsaufnahme befinden:

  • Beachten der Kontraindikationen. 
  • Blutegel nur einmal verwenden und nach der Anwendung sofort töten! 
  • Blutegel vor dem Ansetzen in abgekochtes Wasser geben. Dadurch wird die Gefahr der Kontamination der Wunde durch Erreger auf der Haut oder im Schleim auf der Haut des Egels verringert.
  •  Blutegel dürfen nur auf Gewebe mit intakter Durchblutung angesetzt werden. Ischämische oder defekte Hautareale sind kontraindiziert.
  • Das Quetschen der Egel oder gewaltsames Abreißen der Tiere während des Saugens muss auf jeden Fall vermieden werden. Ein Erbrechen, das einen möglichen Infektionsweg darstellt, wird dadurch verhindert. Nur durch das Einspritzen des Sekretes werden nach heutigem Kenntnisstand keine Erreger übertragen.
  • Eine Antibiotikaprophylaxe vor der Therapie bis zum Verheilen der Wunden ist nur in chirurgischen Abteilungen (z. B. bei Re- oder Transplantationen) sinnvoll.
  • Die Nachblutung sollte nicht gestoppt werden, da sie einen Mechanismus der Wundreinigung darstellt.

Über Infektionen durch andere Darmsymbionten oder durch Erreger, die der Blutegel während einer früheren Mahlzeit zu sich genommen hat, wurden nach unserem Kenntnisstand noch nicht berichtet.

In In-Vitro-Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass eine Übertragung von Erregern, die mit einer Mahlzeit aufgenommen wurden, innerhalb von ein paar Tagen noch möglich war. Wurde nach dieser Zeit eine Behandlung mit den infizierten Tieren durchgeführt, erfolgte keine Übertragung der Erreger mehr.

Eine Behandlung mit einem vor ein paar Tagen gefütterten Tier ist in der Praxis nicht möglich, wenn man die Tiere nicht künstlich nach einer Mahlzeit erbrechen lässt und sie mehrmals verwendet. Dies ist durch den oben aufgeführten Maßnahmenkatalog nicht möglich.

Ausgeschlossen werden kann nicht, dass durch die Anwendung von Blutegeln Viren, Bakterien oder andere Krankheitserreger übertragen werden können. Informationen über Ereignisse beim Menschen liegen uns zurzeit jedoch nicht vor.

Ebenfalls auftreten können sekundäre Wundinfektionen. Diese sind wie bei jeder Wunde möglich. Ursache dafür können z.B. eine Reizung durch Reibung eines Kleidungsstückes (z.B. Schuh, Kragen usw.) oder Kratzen (durch den starken Juckreiz) sein. In den meisten Fällen lassen sich diese Infektionen durch hygienische Maßnahmen während der Behandlung und entsprechende Verhaltensregeln für den Patienten nach der Blutegelbehandlung vermeiden.
Nach unseren Erfahrungen in über dreißig Jahren Blutegeltherapie treten die Symptome einer Infektion, v.a. einer Wundinfektion aufgrund einer Kontamination, in der Regel erst einige Tage nach einer Blutegelbehandlung auf. In ihrem Erscheinungsbild mit Infiltration, Rötung und Schwellung kann man sie nur schwer von der sehr häufigen lokalen Reaktion unterscheiden. Allerdings tritt die Lokalreaktion schon im Zeitraum einiger Stunden nach der Blutegelbehandlung auf, wohingegen die Infektion sich erst später bemerkbar macht.

Bei den über 10.000 in diesem Zeitraum durchgeführten Blutegelbehandlungen in der naturheilkundlichen Praxis von Frau Moser  ist noch kein Fall einer Infektion aufgetreten, der eindeutig auf eine Infektion mit A. hydrophila zurückzuführen gewesen wäre. Die wenigen Infektionen aufgrund von sekundärer Kontamination der Wunde waren eher im Sinne einer Reizung als einer Infektion zu sehen und konnten mit ASS, ohne begleitende Antibiotikatherapie, komplikationslos behandelt werden.

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